Zwei Menschen fahren auf Mountainbikes durch Berglandschaft
Biken in den Bergen. Foto: DAV/Wolfgang Ehn

Mountainbiken: So geht das

Mountainbiken – die Berge hinauf auf Forstwegen, hinunter auf dem Singletrail. Eine abenteuerreiche Art, sich in der Natur zu bewegen. Und gerade deswegen gibt es bei dieser Bergsportart auch einiges zu beachten. Die richtige Ausrüstung zum Beispiel, sowohl was Kleidung und Schutz als auch Fahrrad angeht. Auch die Vorbereitung einer Mountainbike-Tour will durchdacht sein – hinsichtlich eigener Präferenzen und Können, aber auch in puncto Naturschutz. Und wie ich mich auf der Tour gegenüber meinen Mitmenschen und der Natur verhalte, wie ich mit unvorhergesehenen Herausforderungen umgehe, darüber habe ich mir am besten vorab schon mal Gedanken gemacht. Unsere Themenseite zum Mountainbiken fasst die wichtigsten Grundlagen zusammen, in vielen Alpenvereinssektionen gibt es Kurse und Schulungen für die Praxis.

In aller Kürze

Ausrüstung

Zur Basisausrüstung für das Mountainbiken gehören neben Fahrradhelm, Brille und Handschuhen:

  • Reparaturset (passender Schlauch, Flickset, kleines Werkzeug) und kleine Pumpe

  • weitere Kleidung sowie spezielle Mountainbike-Ausrüstung variieren mit Tourtyp und -länge

  • ggf. kleines Schloss sowie ein Lichtset für den Straßenverkehr (Front- und Rücklicht)

Tourentipps und Planung

Bevor ihr euch das erste Mal auf den Trail wagt, solltet ihr euch am besten schon mal mit der Sportart auseinandergesetzt haben. Welches Bike macht Sinn für mich? Wie mache ich mich fit für die Tour? Und was sollte ich zum Thema Fahrtechnik wissen?

Worauf ihr bei der Vorbereitung eurer Tour noch achten solltet, erfahrt ihr in unseren Artikeln zur Tourenplanung. Dazu gehören zum Beispiel der optimale Aufbau einer Mountainbike-Tour, die 3x3-Matrix, Wegearten und Schwierigkeiten von Singletrails. Eine Vielzahl an Tourenvorschlägen findet sich auf alpenvereinaktiv.com, dem Tourenportal des Alpenvereins. Ein sorgfältiges Prüfen, ob die Strecke meinem Können entspricht, ist aber auch bei der digitalen Vorbereitung unerlässlich.

Hilfreich für die Tourenplanung sind die Alpenvereinskarten Bayerische Alpen (BY1-BY 22) im Maßstab 1:25.000. Informationen zu diesen und weiteren Alpenvereinskarten gibt es hier.

Auch die Nachbereitung ist ein wichtiges Thema, denn ein technisch komplexes Sportgerät wie ein Mountainbike will nicht nur genutzt, sondern auch gepflegt werden.

Auf einen Blick: 10 DAV-Empfehlungen fürs Mountainbiken und Lexikon des Mountainbikens

Sicherheit

Mountainbiken ist ein Ausdauersport, der Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraussetzt. Sorgfältige Planung mit allen zur Auswahl stehenden Hilfsmitteln, abgestimmt auf die aktuellen (Wetter-)Verhältnisse, ist essenziell. Vor allem der technische Zustand des Bikes sollte vor jeder Fahrt gewissenhaft geprüft werden, allem voran die Bremsen. Insbesondere das Bergab-Fahren erfordert, das Tempo an die jeweilige Situation und das eigene Können anzupassen. Dies gilt einmal mehr beim E-Biken.

Naturschutz

Gerade beim Biken ist Naturschutz ein sensibles Thema, speisen sich an der vermeintlichen Naturzerstörung doch die meisten der Vorurteile gegenüber Mountainbiker*innen. Wer diese widerlegen will, feilt am besten an der Fahrtechnik, um Rinnen und Bremswellen auf den Wegen zu vermeiden. Und dass die Berge nachts den Wildtieren gehören sollten, gilt für alle Bergsportarten gleichermaßen.

Für die Anreise empfiehlt der Alpenverein die umwelt- und klimafreundliche Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Bei einer Anfahrt mit dem PKW sollte die Länge der Tour in einem vernünftigen Verhältnis zur Anreise stehen.

Viele weitere Tipps zum umweltverträglichen Mountainbiken findet ihr auf unserer Themenseite und der Kampagnenseite Natürlich biken.

Auch auf dem Mountainbike gilt es, Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt der Berge zu nehmen. Foto: DAV/Christian Pfanzelt

Varianten

Heute gibt es zahlreiche Spielarten des Radelns in den großen und kleineren Bergen. Das ist ein großer Vorteil des Mountainbikens: Der Sport lässt sich beinahe überall ausüben, auch vor der eigenen Haustüre, ohne vorher mit dem Auto fahren zu müssen.

Das E-Mountainbike vergrößert diesen Radius noch und lockt immer mehr Menschen aufs Rad. Den Standpunkt des DAV zum Thema E-Bikes haben wir auf der Themenseite (LINK) natürlich auch für euch zusammengefasst.

Zu den wichtigsten Spielarten des Mountainbikens zählen:

Tourenradeln: Egal ob im Flachland, Mittel- oder Hochgebirge, von der Haustür weg oder im Urlaub – Tourenfahrer*innen lieben den Aktionsradius mit dem Mountainbike. Die Grenze für Kilometer und Höhenmeter setzen allein Lust und Laune bzw. die eigene Kondition.

All Mountain: Für diese technische Variante des Mountainbikens ist einiges an Erfahrung notwendig, denn es geht mit dem Bike in die hohen Berge. Das Gelände ist nicht nur steil und daher fahrtechnisch anspruchsvoll, sondern es sind auch die alpinen Komponenten bei der Tourenplanung und unterwegs zu beachten.

Bike & Hike: So lassen sich Gipfel erklimmen – lange, über Talwege führende Zustiege lassen sich zeitsparend mit dem Rad machen. An einer Hütte oder am eigentlichen Bergfuß wird dann das Bike deponiert und der weitere Weg zu Fuß – oder im Spätwinter/Frühling auch mit den Tourenski – gegangen.

Bikebergsteigen: Im Gegensatz zu Bike & Hike ist hier das Ziel, mit dem Bike den einen oder anderen Steig auf einen Gipfel zu bewältigen. Exzellentes Fahrkönnen, ein hohes Maß an Erfahrung und Risikokompetenz, Einschätzen des Eigenkönnens sowie sensibelstes Verhalten gegenüber der Natur sind selbstverständlich für solch außergewöhnliche Unternehmungen.

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