Mensch balanciert auf Highline zwischen zwei Felsen
Sicher und eigenverantwortlich in den Bergen unterwegs. Foto: Florian Bischof
Risiko und Unsicherheit beim Bergsport

Risikomanifest

„Risiko – Gefahr oder Chance“ – unter diesem Blickwinkel erarbeiteten Alpin- und Sicherheitsprofis, Pädagog*innen und Psycholog*innen das „Risikomanifest“ des Deutschen Alpenvereins. Es wurde auf der DAV-Hauptversammlung am 28. Oktober 2005 in Berchtesgaden verabschiedet.

Unterwegs in naturbelassenen Räumen kann der Mensch seine Kompetenzen eigenverantwortlich entwickeln und erleben. Wer Bergsport betreibt, ist bereits im Eigeninteresse angehalten, sich sorgfältig auf Unternehmungen vorzubereiten, sich angemessen auszurüsten und auf Tour verantwortungsvoll zu handeln. Diese Verpflichtung gilt erst recht, wenn auch andere vom Handeln betroffen sein können.

Die sechs Grundsätze des Risikomanifests des DAV

1. Risiko ist allgegenwärtig

Risiko gehört zum Leben. Es entsteht dort, wo der Mensch Unsicherheiten und Gefahren begegnet. Mit dem Risiko muss man sich auseinandersetzen.

2. Bergsteigen fordert Eigenverantwortung

Für viele Aktive ist Bergsteigen gleichzeitig Naturerlebnis und Gesundheitssport mit zahlreichen positiven Wirkungen auf Leib, Seele und Geist. Bergsteigen fordert aber auch den (selbst-)bewussten und eigenverantwortlichen Umgang mit Risiken.

3. Risikokompetenz ist lernbar

Der DAV setzt sich dafür ein, die Risikokompetenz – also die Fähigkeit zum fachlich fundierten und bewussten Umgang mit Risiken – aller Bergsteiger*innen zu fördern. Durch Information und Ausbildung vermittelt er das entsprechende Wissen.

4. Entwicklung von Strategien

Risikomanagement zielt durch Strategien und Instrumente darauf ab, Gefahren sichtbar zu machen und individuelle Eigenverantwortung zu stärken. Der DAV setzt sich dafür ein, durch Forschung, Entwicklung, Kommunikation und Vernetzung die Zahl der Berg- und Kletterunfälle zu reduzieren.

5. Über Risiken muss man reden

Unfälle kommen beim Bergsport vor und lassen sich nicht vollständig ausschalten. Über Risiken muss man reden. Das beinhaltet zum einen, mögliche Gefahrenquellen zu benennen und Fehler zu analysieren, aber auch uneinlösbare Sicherheitsansprüche zurückzuweisen.

6. Risikomanagement als Organisationsaufgabe

Der DAV als Fachverband für Bergsteigen und seine Sektionen gehen zwangsläufig mit dem Risiko um (Standards, Ausbildungswesen, Programmplanung usw.). Daher ist es ihre Aufgabe, die organisatorischen Risiken vorbildlich zu handhaben.

Weiteres

Hauptziel des Risikomanifests ist es darüber aufzuklären, dass man im Bergsport zwar um Risiken nicht herumkommt, ihnen jedoch verantwortlich begegnen kann. Im Weiteren gibt der Deutsche Alpenverein Tipps zur systematischen Tourenplanung sowie Werkzeuge zum Risikomanagement an die Hand. Dazu zählen Hilfsmittel wie die SnowCard.

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Club Arc Alpin: Bergsport und Risiko 172.39 KB
PDF Risikomanifest des DAV 120.99 KB

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