Erweiterung Skigebiet Kaunertaler Gletscher: Erschließung der Weißseespitze?

Nicht nur die Skierschließung im Pitztal bedroht die alpinen Naturräume: auch das Kaunertaler Gletscherskigebiet plant eine Erweiterung aus den bestehenden Skigebeitsgrenzen hinaus in Richtung Weißseespitze und Gepatschferner.

Eine 100er-Pendelgondel soll das Glescherplateau des Gepatschferners erschließen mit einer Bergstation kurz unterhalb der 3.518 m hohen Weißseespitze. In Planung soll auch ein Schlepplift inkl. Pistenfläche auf der riesigen Gletscherfläche des Gepatschferners sein.

Der Gepatschferner in den Ötztaler Alpen - Blick von der Weißseespitze über das Gletscherplateau in Richtung Rauhekopfhütte des DAV. Der zweitgrößte Gletscher Österreichs könnte bald durch eine große Seilbahn, einen Schlepplift und Pistenflächen vom Kaunertal aus erschlossen werden. DAV/Jörg Bodenbender

Pläne noch Geheimsache

Noch liegen den Naturschutzverbänden und Alpenvereinen keine offiziellen Pläne vor. Das Vorhaben wurde jedoch auf einer Pressekonferenz der Seilbahnbetreiber präsentiert und der Tiroler Landesregierung zur Prüfung eingereicht.

Größte zusammenhängende Gletscherfläche Österreichs in Gefahr

Der Gepatschferner ist der zweitgrößte Gletscher der österreichischen Alpen und gehört zu der größten zusammenhängenden Gletscherfläche Österreichs. Bis heute ist er komplett frei von Erschließungen und technischer Überprägung geblieben. Mit den Stützpunkten Rauhekopfhütte und Brandenburger Haus des DAV ist die Region ein einzigartiges Gebiet für (Ski-)Hochtouren und somit einen naturverträglichen Tourismus. Diese Räume müssen als intakte Landschafts-, Lebens- und Erholungsräume erhalten bleiben und auch in Zukunft ihre Funktion erfüllen dürfen.

Im Schulterschluss mit dem ÖAV und weiteren Naturschutzverbänden wird sich der DAV klar gegen dieses Vorhaben positionieren.

Gepatschferner in den Ötzaler Alpen mit Brandenburger Haus (Bildmitte): Einer der größten zusammenhängenden Gletscherflächen in Österreich droht die Erschließung durch Seilbahnen und Pisten. DAV/Jörg Bodenbender